Mit Pflanzenkraft gegen das SARS-CoV-2-Virus

Artemisia Annua und Coronavirus

Das Virus SARS-CoV-2 wird bei uns bleiben. Die beste EmpfehlungDie Abwehrkraft des Organismus stärken. Das gelingt Ihnen, wenn Sie persönliche “Gesundheitslücken” hinsichtlich Ernährung, körperlicher Bewegung, Sonnenlicht, Stressmanagement und Schlaf schliessen. Darüber hinaus  kann Ihnen auch die Kraft antiviraler Heilpflanzen helfen.

Warum Pflanzen?

Im Gegensatz zu Bakterien sprechen Viren häufig gar nicht oder mangelhaft auf eine schulmedizinisch-medikamentöse Behandlung an. Hinzu kommen mögliche Nebenwirkungen von chemisch-synthetischen Virostatika.
Deshalb brauchen wir neben den bekannten mechanischen Schutzmassnahmen vor allen Dingen ein starkes Immunystem, wenn wir mit pathogenen Viren konfrontiert sind. Glücklicherweise gibt es  zahlreiche Heilpflanzen und Phytotherapeutika, welche die Abwehrkraft gegen Viren stärken und den Körper heilend beeinflussen. Viele dieser Substanzen wurden in vitro getestet, einige zusätzlich in Humanstudien. Für eine evidenzbasierte Medizin braucht es beides.

Immenser Erfahrungsschatz

Trotzdem darf man keinesfalls den empirischen Erfahrungsschatz nicht ausklammern, den die komplementären Medizinalsysteme der Welt im Verlauf der Jahrhunderte aufgebaut haben. Das bewährte, alltagsnahe Wissen aus Traditioneller Europäischer Naturheilkunde (TED),  Ayurveda und Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) kann wesentlich dazu beitragen, unsere Gesundheit zu schützen. Auch und gerade in Zeiten einer viralen Pandemie. Es ist kein Zufall, dass die TCM in China seit März 2020 eine beachtenswerte Rolle bei der Bekämpfung des Coronavirus SARS-Cov-2 spielt.

Therapeutisch sinnvoll: Artemisia annua

Der madagassische Präsident Andry Rajoelina wurde im April 2020 scharf durch die WHO kritisiert. Der Grund? Rajoelina hatte beschlossen, in seinem Land einen Dekokt (eine Abkochung) aus einheimischen Heilpflanzen gegen SARS CoV-2 einzusetzen. Deren wichtigster Bestandteil: Artemisia annua, der Einjährige Beifuss. Eine Heilpflanze, die nicht nur auf Madagaskar, sondern in weiten Teilen Asiens seit Jahrhunderten bei unterschiedlichen Erkrankungen erfolgreich eingesetzt wird.
Kurz nach der WHO-Rüge bestätigten Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts und der Freien Universität Berlin, dass Extrakte aus Artemisia annua in vitro (im Labor) tatsächlich gegen SARS-CoV-2-Viren aktiv sind. Worauf eine klinische Studie am Menschen eingeleitet wurde. Erste Ergebnisse sollen bis Januar 2021 vorliegen.
Mit anderen Worten: Ein Medikament gegen Covid-19 mit einem Wirkstoff aus der Beifuss-Pflanze  könnte früher oder später Realität werden. Noch wahrscheinlicher aber ist, dass auf lange Sicht ein natürliches Vielstoffgemisch (Tee, Dekokt, Extrakt, Pulver) die wirkungsvollere Alternative ist. Warum?

Einer gegen Hunderte

Nehmen wir den Wirkstoff Artemisin. Seit Jahren wird die Substanz aus der Beifuss-Pflanze mit Erfolg gegen Malaria eingesetzt. Doch immer öfters zeigt sich der Krankheitserreger resistent gegen den isolierten Wirkstoff. Setzt man dagegen die gesamte Pflanze ein, sinkt die Gefahr der Resistenzbildung gegen Null. Wie kann man das erklären?
Mit einer einfachen Erkenntnis aus der Phytotherapie. Eine Heilpflanze enthält gewöhnlich Dutzende bis Hunderte unterschiedliche Wirkstubstanzen. Auch der Einfache Beifuss besitzt neben Artesimin viele weitere Substanzen. Etliche davon sind kaum oder gar nicht erforscht. Das bedeutet aber nicht, dass letztere für die therapeutische Anwendung bedeutungslos wären!

Komplexe Pflanze versus einfache Moleküle

Pflanzen produzieren zahlreiche Wirkstoffe, um sich selber effizient gegen Bakterien, Viren, Pilze und weitere Krankheitserreger zu schützen. Viele dieser Stoffe helfen auch dem Menschen. Aus Sicht der Naturheilkunde ist es für ein Virus schwieriger, sich gegen die geballte “Ladung” mehrerer bis vieler antiviraler Pflanzenstoffe durchzusetzen als gegen eine eher einfach gebaute Monosubstanz aus dem Pharmalabor – wie zum Beispiel Artesimin oder Chloroquine.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass naturheilkundliche Zubereitungen aus ganzen Pflanzen bzw. Pflanzenteilen bei fachgerechter Anwendung höchst selten unerwünschte Nebenwirkungen verursachen. Im Gegensatz zu synthetischen Medikamenten, vorab bei jahre- oder jahrzehntelangem Einsatz.

Wirksam auf breiter Front

Artemisia annua wirkt gegen zahlreiche Beschwerden. Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht geklärt. Gut wirksam ist Artemisia annua beispielsweise bei Erkältungen und echter Grippe (Influenza).
Der Winterthurer Arzt Dr. med. Heinz Lüscher hat beobachtet, dass man „gute Chancen hat, eine Grippe in ein bis zwei Tagen zu überstehen, wenn man schon bei den ersten Anzeichen viermal täglich 1,2 g Artemisiapulver  einnimmt.“
Und mit Blick auf das SARS-CoV-2 Virus? Auch in diesem Fall macht es laut Heinz Lüscher Sinn, Artemisia annua einzusetzen. Und zwar schon bei den allerersten Zeichen einer Infektion: “Artemisia muss sofort eingesetzt werden, bei den ersten Symptomen”, sagt er. “Dann kann Covid-19 deutlich verkürzt werden.”
Die vorbeugende Einnahme von Artemisiapulver hält der Vitalstoff-Experte dagegen für wenig sinnvoll. Stattdessen verweist er Patienten und Ratsuchende auf die abwehrstärkende Wirkung einer gesunden Ernährung und auf die ausreichende Zufuhr von Vitamin D, Zink, Magnesium und Omega-3-Fettsäuren.

Präventiv sinnvoll: Echinacea purpurea

Extrakte aus dem Roten Sonnenhut (Echinacea purpurea) gehören zu den besterforschten Naturheilmitteln gegen Atemwegsviren. Nach aktuellem Forschungsstand sollen die Alkylamide bestimmter Echinacea-Purpurea-Extrakte die Produktion der T-Helferzellen anregen und entzündliche Botenstoffe blockieren.
In der grössten randomisierten, kontrollierten Langzeitstudie, die bisher mit Echinacea-Präparaten durchgeführt wurden, kamen englische Wissenschaftler 2012 zu dem Ergebnis, dass die vorbeugende Einnahme von Sonnenhut-Präparaten sowohl das Auftreten von Erkältungen als auch die Anzahl der Krankheitstage verringern kann.
In Drogerien und Apotheken gibt es eine Vielzahl bewährter Echinacea-Zubereitungen – darunter Tropfen, Urtinkturen, Tabletten, Heissgetränk und Lutschtabletten (z.B. Echinaforce®, Echinacin® oder Echinadoron®).

Ein Spray im Einsatz

Ein bewährtes Präparat zur Bekämpfung viraler Infekte im Rachen ist beispielsweise der Echinacea-Mund- und Rachenspray von WALA.  Ich benutze diesen Spray seit vielen Jahren.  Beim ersten “seltsamen Gefühl” in Hals oder Rachen bzw. den ersten Anzeichen eines Infekts gebe ich sofort drei Sprühstösse in den Rachen und wiederhole das bis viermal täglich.
Der Spray enthält neben dem Hauptinhaltsstoff Sonnenhut (Echinacea pallida herba) Ringelblume, Salbeiblätter, Eukalyptusblätter sowie mehrere homöopathische Stoffe.
Bei einer Überempfindlichkeit gegen Korbblütler wie Arnika, Ringelblume, Sonnenhut u.a. sollte der Spray jedoch nicht angewendet werden. Bitte beachten Sie die Packungsbeilage dieses Heilmittels und wenden Sie sich an einen phytotherapeutisch geschulten Arzt, Apotheker oder Drogisten, wenn Sie unsicher sind.

Ätherische Öle: Kraftvolle Bio-Waffen

Ätherische Öle sind weit mehr als “sanfte” Hilfsmittel für die Raumbeduftung und eine Wohlfühl-Massage. Sie sind die wohl eindrücklichsten “Bio-Waffen” der Naturheilkunde. Viele von ihnen wirken stark gegen Bakterien und Viren.
Um die Wirkungen ätherischer Öle zu verstehen und therapeutisch kompetent einzusetzen, bedarf es eines mehrjährigen Studiums der Biochemie und reicher praktischer Erfahrung. Mit anderen Worten: Die medizinische Aromatherapie ist eine anspruchsvolle Wissenschaft.
Dafür ist die Wirkintensität ätherischer Öle in der Hand eines Fachmanns bzw. einer Fachfrau durchaus mit derjenigen eines Medikaments vergleichbar.  So kurierte beispielsweise der französische Arzt Dr. Jean-Pierre Willem in Ruanda und etlichen weiteren Ländern der Erde zahlreiche Patienten mit ätherischen Ölen, vorab von Eucalyptus radiata und Eucalyptus globulus.

Antivirale Dämpfe, aber bio

Eine bewährte Massnahme besteht im Inhalieren der Dämpfe aus antiviralen ätherischen Ölen. Geeignet sind beispielsweise Eucalyptus (Eucalpytus radiata, Eucalyptus globulus), Oregano (Origanum compactum), Melisse (Melissa officinalis), Ravintsara (Cinnamomum camphora), Salbei (Salvia officinalis), Teebaum (Melaleuca alternifolia), Thymian (Thymus officinalis), Echter Lorbeer (Laurus nobilis), Zimtrinde (Cinnamomum zeylanicum) und einige weitere mehr.
Bitte achten Sie beim Kauf eines ätherischen Öls stets auf den “Chemotypus”, also den lateinischen Namen des Öls. Beispielsweise “Eucalyptus globulus” oder “Eucalyptus radiata”. Es gibt zahlreiche verschiedene Eukalyptusarten, aber längst nicht alle besitzen dieselben antiviralen Eigenschaften wie Eucalyptus globulus und Eucalyptus radiata.
Sehr wichtig ist zudem, konsequent ätherische Öle aus kontrolliert biologischem Anbau oder aus Wildsammlung zu kaufen. Eine Übersicht über marktgängige ätherische Öle für die Schweiz und Deutschland finden Sie hier. In der Schweiz bietet beispielsweise die Firma Aromalife hochwertige ätherische Öle in kontrollierter Bioqualität an.

Wie inhalieren?

Wer die Luft am Arbeitsplatz oder zu Hause mit Hilfe ätherische Öle desinfizieren möchte, ist mit einem elektrischen Aromadiffuser gut beraten. Wichtig ist, dass der Raum nicht die ganze Zeit, sondern gezielt “bedampft” wird. Beispielsweise während fünf Minuten alle ein bis zwei Stunden. Menschen, die zu Asthma neigen, sollten sich vorgängig mit ihrem Arzt absprechen.
Besonders rasch und intensiv kann man mit einem Inhalationsbecher inhalieren – zum Beispiel von Pinimenthol (ca. 20 Fr./EUR).
Vorgehen: Den Becher des Gerätes mit kochend heissem Wasser füllen, ein bis drei Tropfen ätherisches Öl hineingeben, umrühren, Deckel schliessen und möglichst lange inhalieren. Mehrmals täglich wiederholen. Durch die Hitze werden einige Moleküle zerstört. Trotzdem kann sich die wohltuende Wirkung der ätherischen Öle in Nase, Rachen, Hals und Bronchien entfalten.

Die Infektion ist da, was tun?

Wie lassen sich die empfohlenen Massnahmen im Fall einer Infekton “hochfahren? Der französische Arzt und Aromatherapeut Dr. Jean-Pierre Willem empfiehlt in seinem jüngsten Buch “Tout savoir sur le virus et y faire face” (Editions du daupin, Juni 2020) eine Rezeptur zum Einmassieren, die bei einer SARS-CoV-2-Infektion angewendet werden kann.
La voilà: Ätherische Öle von Eucalyptus globulus (3 ml), Eucalyptus radiata (3 ml), Laurus nobilis (3 ml), Pinus sylvestris (3 ml) und Origanum Comptactum (4 ml). Dazu 34 ml des Trägeröls Calophyllum inophyllum. Gut mischen, trocken und moderat kühl aufbewahren.
Anmerkung: Calophyllum inophyllum ist in der Schweiz schwer zu bekommen bzw. nicht in der erforderlichen Bio-Qualität erhältlich. Als Ersatz eignet sich Bio-Jojobaöl.
Anwendung: Dr. Willem empfiehlt seinen Lesern, 3x bis 4x täglich 10 Tropfen der oben erwähnten Mischung auf der Brustregion und 10 Tropfen auf dem oberen Rücken einzureiben –  bis zur spürbaren Besserung der Symptome.
Wichtig: Bitte besprechen Sie allfällige Kontraindikationen mit Ihrem Arzt, Apotheker oder Naturdrogisten. Das gilt insbesondere für Schwangere, Stillende und Kinder bis vier Jahre. Die aufgeführte Rezeptur ersetzt nicht die Beratung durch eine  phytotherapeutisch geschulte Fachperson. Hinzu kommt, dass phytotherapeutisch orientierte Ärzte und Apotheker weitere bewährte Anwendungsmöglichkeiten kennen. Zum Beispiel Zäpfchen mit antiviralen Ölen für Kinder und Erwachsene.

Ätherische Öle inhalieren, auftragen, einnehmen?

Wer die antivirale Kraft ätherischer Öle in der Coronazeit nutzen möchte und keine soliden Vorkenntnisse besitzt, wendet sich am besten an einen erfahrenen Aromatherapeuten, eine phytotherapeutisch orientierte Drogerie, eine Phyto-Referenz-Apotheke oder einen phytotherapeutisch ausgebildeten Arzt.
Manche Natur-Drogerien und Phyto-Referenz-Apotheken haben bereits bewährte, antivirale Hausspezialitäten im Angebot. So verkaufen zum Beispiel die Berner Dr. Noyer Apotheken eine Hausmischung mit den antiviralen ätherischen Ölen aus Thymanin CT Thymol, Bergbohnenkraut, Niauli und weiteren.
Auch für kleinere Kinder gibt es sanfte Alternativen, zum Beispiel Ravintsara in Bio-Qualität.

Grosse Auswahl, wenig Fertigprodukte

In der Schweiz und in Deutschland sind nur wenige frei verkäufliche Präparate mit ätherischen Ölen erhältlich, die innerlich eingenommen werden dürfen. Eines davon ist GeloMyrtol® forte*.
Das Arzneimittel des deutschen Familienunternehmens Pohl-Boskamp enthält ätherische Öle aus Eukalyptus, immergrüner Myrte, Orangen und Zitronen. Es wirkt schleimlösend, entspannend, antiviral und antibakteriell auf die Atemwege.
Damit die Wirkstoffe erst im Dünndarm freiwerden, sollte die Kapsel mit einem Glas lauwarmem Wasser geschluckt werden.
Bitte beachten Sie den Beipackzettel. GeloMyrtol® forte darf nicht bei entzündlichen Magen-Darm- und Gallenblase-Erkrankungen sowie schweren Leberschäden eingenommen werden.
Wer sich ein ähnliches Präparat durch den Arzt verschreiben lassen möchte, erkundigt sich am besten nach GeloDurat®. Hier geht’s zum Beipackzettel.

5.7.2020. Letztmals aktualisiert 26.11.2020

***

Virale Atemwegsinfekte in der Coronazeit vorbeugen und behandeln. Hier können Sie die  Empfehlungen der Schweizerischen Medizinischen Gesellschaft für Phytotherapie (SMGP) nachlesen.

Mit welchen Nahrungsmitteln, Vitalstoffen und Lifestyle-Massnahmen lässt sich die antivirale Abwehrkraft stärken? 

Vitamin D Mangel kann das Risiko für Covid-19 erhöhen. Hände und Sonne. Foto

Warum kann  ein Vitamin-D-Mangel das Risiko für Covid-19 erhöhen?

 

 

 

 

 

 

 

In eigener Sache

Gesundheitsjournalistin, www.gesundheitsjournalistin.ch

Als unabhängige Fachjournalistin für Gesundheit erwähne ich in meinen Blogs und in Beiträgen der Printpresse hin und wieder das eine oder andere Präparat. Ich nehme keinerlei kommerzielle oder andersweitige Gegenleistungen für die namentliche Nennung solcher Präparate entgegen und empfehle ausschliesslich Produkte, von deren Nutzen und Unbedenklichkeit ich nach bestem Wissen und Gewissen überzeugt bin.