Prof. Dr. Hendrik Streeck: Erkenntnisse von 1000 Covid-19-Infizierten

Prof. Dr. Hendrick Streeck über die Coronasituation

Bereits zu Beginn der Corona-Krise sagte der deutsche Spitzenforscher Prof. Dr. Hendrik Streek: „Wir tun gerade alles, um unserem Immunsystem zu schaden: Wir gehen weniger an die Sonne, bewegen uns kaum noch, ernähren uns womöglich auch noch schlecht. Wir müssen den Leuten doch die Möglichkeit geben, sich fit zu halten, gesund zu bleiben und ihr Immunsystem zu stärken.”

Ein deutscher Forscher geht voraus

Hendrik Streeck, Chefvirologe am Universitätsklinikum  Bonn,  hat in Deutschland die meisten Covid-19-Infizierten gesehen. Er ging mit seinem Team im Kreis Heinsberg bereits Anfang März 2020 von Haus zu Haus und untersuchte Infizierte in der Quarantäne. In Heinsberg hatten sich nach einem Fasching-Plausch überdurchschnittlich viele Menschen mit dem SARS-CoV-2-Virus angesteckt.
Über seine Erkenntnisse aus Heinsberg berichtete der 42-Jährige mehrmals in der ZDF-Talkshow von Markus-Lanz.  Zum Beispiel darüber, dass zwei Drittel der Infizierten einen Geschmacks- und Geruchsverlust erleiden, der nach wenigen Tagen vorbeigeht. Oder dass 22 Prozent der Infizierten gar keine Symptome zeigen.

Infektionssterblichkeit? 0,37 Prozent

Inzwischen hat Prof. Streek weitere Erkenntnisse gewonnen. Zum Beispiel, dass das Ansteckungsrisiko in den untersuchten Mehrpersonen-Haushalten überraschend gering war. Und sein Forschungsteam hat die Infektionssterblichkeit (IFR) berechnet. Also das Risiko der Infizierten, auch tatsächlich zu sterben. Sie lag im Hoch-Epidemiegebiet Heinsberg bei 0,37 Prozent.

Tests nach Goldstandard

Hendrik Streeck setzt laut eigenen Angaben die genauesten und zuverlässigsten Tests ein, die es derzeit gibt. Alle Studienteilnehmer unterziehen sich einem Rachen-Abstrich, einem IgA-Test und einem IgG-Test.  Also Testverfahren, die relevante Immunglobuline bzw. Antikörper gegen SARS-CoV-2 im Blut nachweisen.

Wir rasch kommen die Antikörper?

Wichtig zu wissen ist auch, wie rasch das menschliche Immunsystem Antikörper gegen SARS-CoV-2 bildet. Laut Prof. Streek bilden sich die Antikörper innerhalb von 7 bis 21 Tagen nach der Infektion.

Das Virus auf der Türklinike

Bereits im ersten Teil der Studie hatte Hendrik Streek untersucht, ob im Haushalt von Infizierten lebende Viren nachgewiesen werden können. Zu diesem Zweck nahmen die Forscher Tausende Abstriche vor: von Türklinken, Lavabos, Toiletten, Handys und sogar Haustieren. Sie fanden kein einziges lebendiges Virus. Nur genetisches Virusmaterial, das sich im Labor nicht mehr “zum Leben erwecken” liess.
Hendrick Streeck vermutet deshalb, dass Schmierinfektionen deutlich seltener sind als befürchtet.

Monitoring im Krankenhaus

Im weiteren Verlauf der Studie wollen Prof. Streek und sein Forscherteam ausserdem herausfinden, wie sich Risikogruppen am besten schützen können. Zu diesem Zweck sammeln die Forscher Daten von Klinikpersonal.

Wird das Coronavirus heimisch?

Hendrik Streek geht davon aus, dass das neue Coronavirus SARS CoV-2 dauerhaft bei uns bleiben wird. Wie viele andere Coronaviren vor ihm auch.
Mit anderen Worten: Ein gesunder Lebensstil und angemessenes “Social Distancing” bleiben wichtig!

Die Zusammenhänge ernst nehmen

Fest steht zudem, dass die Gefahr viraler Pandemien über uns hängen bleibt, solange bestimmte Missstände nicht behoben werden. Beispielsweise  die gefährliche Nähe von Mensch und Wildtieren an den “wet markets” Asiens, Afrikas und Südamerikas. Immer wieder springen an solchen Orten unbekannte Krankheitserreger auf den Menschen über.
Mehr über solche “Zoonosen” und wie sie sich verhindern lassen, erklärt dieses 15-minütige Youtube-Video der Max Planck Gesellschaft.

Was hat das Coronavirus mit der Umweltverschmutzung zu tun?

Die menschliche Gesundheit ist immer “Teil des Ganzen”: Teil der Erde, der Natur, der Biosphäre. Studien zeigen, warum Luftschadstoffe dem SARS-CoV-2-Virus in die Hände spielen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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