
… ::: Das verordnete Kortison lindert die Beschwerden eine Weile. Dann kehren die Schwellungen und Schmerzen zurück. Diesmal auch an den Händen, Fingern und an der Hüfte. Bald kann die Mutter von drei Kindern nicht mehr ohne Schmerzen gehen, die Hausarbeit wird immer mühsamer.
Der Arzt verschreibt erneut Medikamente. Die junge Frau schluckt sie täglich, fast fünf Jahre lang. Dann merkt sie: »Von den Medikamenten bekomme ich Magenbeschwerden und gesünder werde ich auch nicht. Ich muss mir selber helfen!«
… Der Arzt hat Hilde W. mittlerweile informiert, sie sei »unheilbar krank«. Doch statt zu resignieren, geht Hilde in die nächste Buchhandlung, wo sie das ‹Handbuch für Rheuma- und Arthritiskranke› von Dr. med. Maximilian Bircher-Benner entdeckt. Der berühmte Schweizer Arzt heilte im 20. Jahrhunderte Tausende von Rheumapatienten aus ganz Europa. Hilde W. kauft das Buch und liest es innert wenigen Tagen. Was in Birchers Buch steht, muss Hilde erst einmal verdauen: »Das klingt ja ganz anders als das, was die meisten Ärzte über Rheuma sagen!«
…Trotzdem beschließt sie, das Gelesene zu testen: Sechs Wochen lang isst sie weder Fleisch, noch Käse, noch raffinierte Kohlenhydrate wie Haushaltszucker und Weißmehl. Stattdessen verzehrt sie … • viel mild gewürztes Gemüse, • Gartenkräuter • Salat an Olivenöl und einem Schuss Zitronensaft • vorwiegend einheimische Früchte • Mandeln und Nüsse • und als Eiweißquelle Quark.
Um die ungewohnte Kost zu überstehen, gönnt sich die junge Frau ab und zu einen Schluck Milch und einen Riegel Schokolade. Das Ergebnis nach sechs Wochen: »Die Magenbeschwerden sind weg, ich fühle mich bereits viel vitaler«, sagt Hilde W. und führt das Experiment weiter. Mit der Folge, dass ihre rheumatischen Beschwerden samt Schmerzen komplett verschwinden.
… Das geschah vor 50 Jahren. Hilde W. (Foto typähnlich) ist nach wie vor gesund. Seit ihrer Heilung von Rheuma ernährt sie sich vegetarisch und meidet Kuhmilch. Inzwischen weit über 80 Jahre alt, benötigt sie keinerlei Medikamente.
… Das Problem dabei: »Die reine Symptomunterdrückung richtet sich gegen die Lebens- und Heilungskraft des Körpers. Dadurch werden Krankheiten chronisch«, sagt Dr. Bircher.
… Doch die wenigsten Ärzte kennen sich mit Ernährungsmedizin aus. Das bemängelt auch der in Hamburg praktizierende Fernseh-Doc Dr. med. Matthias Riedl.: »Wo das ernährungsmedizinische Wissen fehlt, wird dem Patienten eine wichtige, natürliche Behandlungsmöglichkeit vorenthalten.«
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Matthias Riedl kämpft selber seit über 20 Jahren für die Anerkennung der Ernährungsmedizin. »Früher wurde meine Arbeit als Scharlatanerie bezeichnet. Die Kunden wagten nicht, dem Hausarzt zu sagen, dass sie bei mir waren«, erinnert sich der 55-Jährige. »Wenn ich beispielsweise zu einem Kardiologen sagte, dass wir mit der Ernährung die Blutfettwerte verbessern können, bekam ich zu hören: ›So ein Quatsch! Sie überfordern die Patienten!‹«
… Erst langsam beginnen sich immer mehr Ärzte ernsthaft für Ernährungstherapie zu interessieren. Weil sie ohne diese nicht mehr weiterkommen. Vor allem in Deutschland hat sich diesbezüglich einiges getan: Ärztinnen und Ärzte können an der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin eine berufsbegleitende Ausbildung zum Ernährungsmediziner absolvieren. Eine bundesweit anerkannte Qualifikation!
Über 6000 praktizierende Ärzte haben die Ausbildung bereits besucht. Einziger Wermutstropfen: Die ernährungsmedizinische Beratung kann noch nicht zufriedenstellend über die Krankenkassen abgerechnet werden.
… Eins steht fest: »Der Patient muss mitarbeiten, ohne ihn geht es nicht«, sagt Matthias Riedl. Das bedeutet für die meisten:
• alte Ernährungsgewohnheiten umprägen,
• auf eine ‹Politik der kleinen Schritte setzen›.
»Früher wurde einem gesagt, wie man essen ‹muss›«, sagt Matthias Riedl. »Heute brechen wir die Regeln auf den Patienten runter. Auch wenn der Patient nur zehn bis zwanzig Prozent seiner Essgewohnheiten ändert, bringt das bereits einen messbaren Erfolg. Das weckt Freude und die Bereitschaft, sich auf weitere Veränderungen einzulassen.«Hilde W. konnte ihr Rheuma mit Hilfe einer Ernährungsumstellung kurieren. Betrachten wir ein weiteres Beispiel: dasjenige der 9-jährigen Merle Harbers aus Lilienthal. Das Mädchen musste aufgrund einer schweren Neurodermitis zweimal täglich Cortisonsalbe einstreichen. Schließlich bringt die Mutter das Mädchen zu den Hamburger Ernährungs-Docs. Dort erfahren die beiden … • welche Lebensmittel die Neurodermitis-Schübe auslösen. • wie sie den Stress der Haut mit den richtigen Nahrungsmitteln beruhigen können.

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Auch Merle streicht Zucker und Weißmehlprodukte von ihrem Menüplan. Dafür verzehrt sie täglich mehr Gemüse, Salat und Vollkornprodukte. Und sie darf täglich einen süßen Smoothie aus Banane, Avocado, roter Beete, Honig, Ingwer und Kokosmilch genießen. Das Ergebnis nach fünf Monaten: Merles Hautbild hat sich stark gebessert, die Neurodermitis ist am Ausheilen.
… Oder nehmen wir das Fallbeispiel von Christoph Freiburger. In der Praxis der Ernährungs-Docs erfährt der 150-Kilo-Mann, wie er seinen ‹Fressattacken› entgegenwirken kann. Der Verkaufsleiter optimiert seine Ernährungsweise.
Das Ergebnis nach fünf Monaten? 17 kg weniger auf den Rippen, der hohe Entzündungswert im Blut ist dramatisch gesunken und ‹nebenbei› hat sich die Schlafapnoe stark gebessert. Der 48-Jährige ist begeistert: »Das Ganze hat sich in jedem Fall gelohnt!«…
Gut zu wissen: Die hochwertigste Nahrung bringt nicht den erhofften Erfolg, wenn sie hastig, zwischen Tür und Angel, verzehrt wird. In der Praxis der Ernährungs-Docs sind hektisch essende Menschen deshalb oft therapieresistente Fälle. «Wir raten ihnen, sich von einem Psychologen Tipps und Tricks geben zu lassen», sagt Matthias Riedl. »Das hilft praktisch immer. Denn Körper und Seele sind eine Einheit.«
… Vor allem erkennen erst wenige Patienten die Vorteile einer Ernährungstherapie und die langfristigen Nachteile einer Medikamenteneinnahme. Gewählt wird meist, was ‹einfacher› bzw. ‹bequemer› erscheint. Also fast immer das Medikament statt eine Ernährungstherapie! Petra Horat dipl. Naturärztin NVS/
Journalistin für Ganzheitsmedizin * .. ..
Hat das, was Du isst, Einfluss auf eine Krebserkrankung? Informiere dich über die diesbezüglichen Erfahrungen der internationalen Ganzheitsmedizin. Zum Beitrag… * Übermäßige Esslust besiegen
Zu viel Süßes, Salziges oder Fettiges gegessen? Dabei war man eigentlich nur frustriert, traurig oder gelangweilt. Das Essen aus emotionalen Gründen ist weit verbreitet. Zum Glück lässt sich diese schädliche Gewohnheit heilen. Hier gelangst Du zu bewährten Tricks. * Ernährung für die Psyche
Was Du isst, beeinflusst direkt dein psychisches Wohlbefindent. Du kannst lernen, mit Hilfe der täglichen Ernährung deine Stimmung aufzuhellen und dich rundum besser zu fühlen. Zum Printbeitrag. * Hier clicken für mehr ganzheitliche Gesundheit von gesundheitsjournalistin.ch
Bis 70 % der Erkrankungen sind ernährungsbedingt
Falsche Ernährung verursacht weltweit 50 bis 70 Prozent der Erkrankungen, darunter folgende:
• Adipositas
• Allergien
• Bluthochdruck
• Fettstoffwechselstörungen
• Gicht
• Hautkrankheiten wie Akne
• Neurodermitis und Ekzem
•Herz-Kreislauf-Erkrankungen
• Magen-Darm-Erkrankungen wie Reflux, Reizdarmsyndrom, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa,
• Pankreaserkrankungen
• Arthritis, Arthritis psoriatica, Fibromyalgie
• Degenerative Gelenkerkrankungen wie Arthrose, Wirbelsäulen-Syndrom u.a..
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Das eigene Portemonnaie ist die Lösung
Politiker betonen gerne die „Mündigkeit“ der Bürger. Auch ihr Recht, ungesund zu essen!
• Obwohl derjenige, der ungesund isst, nur 30% der ernährungsbedingten Kosten trägt.
• Den Rest, also 70 Prozent der Folgekosten, bezahlt die Allgemeinheit. Vor allem in Form steigender Krankenkassenprämien.
• Maßnahmen wie eine «Zuckersteuer» oder eine «Fettsteuer» würden die Kosten fairer verteilen. Versuche im Ausland zeigen, dass Zuckersteuer und Fettststeuer wirkungsvoll sind!
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Buchtipp

‹Die Ernährungs-Docs: Wie Sie mit der richtigen Ernährung Krankheiten vorbeugen und heilen können›
ZS Verlag 2018
246 Seiten
ISBN 978-3-89883-861-0
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Buchtipp
Dr. med. Andres Bircher: ‹Handbuch für Frischsäfte, Rohkost und Früchtespeisen›
Edition Bircher-Benner 2014
78 Seiten
ISBN 978-2-9700722-3-2