Plastik im Körper, Plastik im Blut? Nein danke!

Plastik im Körper, Plasti, im Blut? Nein Danke! www.gesundheitsjournalistin.ch

Chemikalien aus Plastik im Blut und Mikro-Plastik im menschlichen Stuhl sind ganz normaler Alltag. Hier kommen die wichtigsten Tipps für weniger Plastik in der Umwelt und im eigenen Körper.

Wie schaut’s zu Hause aus?
Im Grunde erstaunt uns die Misere nicht: Seit  Jahren finden Forscher winzige Plastikteilchen im Trinkwasser, im Boden und in der Luft. Weil täglich viele Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren versenkt, auf Müllhalden abgeladen oder verbrannt werden. Von dort gelangt der Kunststoff ins Wasser, die Erde, die Luft, in die Nahrungskette und schliesslich in den Körper von Mensch und Tier.
Die Situation ist alarmierend, doch es gibt auch eine gute Nachricht: Jeder  kann dazu beitragen, dass der Plastikberg kleiner wird. Indem man zu Hause beginnt – im eigenen Badezimmer, in Küche, Kleiderschrank und beim nächsten Einkauf.

Ohne Plastik putzen
Putzen kann man nicht nur mit Spülschwämmen aus Kunststoff, sondern auch mit Lappen und Haushaltschwämmen aus natürlichen Materialien. Zum Beispiel mit Lappen aus Bio-Baumwolle, Haushaltbürsten aus Kokosfasern und Spülschwämmen aus Paketschnur. Porzellanteller und Besteck lassen sich auch prima mit Stahlwolle reinigen – bei Bedarf einen Spritzer Waschmittel dazugeben.
Spülmittel gut anschauen
Vorsicht bei der Wahl der Putz- und Waschmittel. Sie enthalten viel mehr Plastik als man denkt.  Vor allem Polymere in flüssiger und gelartiger Form. Alleine in Deutschland  gelangen jedes Jahr 55 Tonnen Plastikteilchen aus Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln ins Abwasser.
Dabei kann man die meisten schädlichen Putz- und Reinigungsmittel durch unbedenkliche Reinigungsmittel ersetzen. Die Vielfalt an plastikfreien Öko-Putzmitteln ist mittlerweile sehr gross und reicht vom Allzweckreiniger bis zu unterschiedlichsten Spezialreinigern. Bei biolindo.ch und vielen weiteren Online-Shops findet man eine grosse Auswahl sinnvoller Produkte.


Auch Hausmittel helfen


Viele umweltschädigende Putzmittel in bunten Plastikflaschen lassen sich auch durch bewährte Hausmittel ersetzen: Beispielsweise durch Natriumcarbonat (Na2Co3 alias Waschsoda), Natriumhydrogencarbonat (NaHCo3 alias Natron), Zitronensäure, (Kern-)Seife und 70% Ethanol-Lösung.

Plastik + Hitze? Geht gar nicht!

Viele Kochlöffel und Pfannenwender sind aus billigem Plastik gefertigt. Kommen Sie mit Hitze in Berührung, geben sie Plastikteilchen ab. Kochlöffel und Pfannenwender aus Plastik deshalb am besten durch Küchenhelfer aus Holz und Edelstahl ersetzen.

Glas, Keramik, Edelstahl

Damit das Znüni, Zmittag oder Zvieri nicht mit Kunststoff in Berührung kommt: Plastikbehälter im Küchenschrank durch kunststofffreie Dosen ersetzen! Beispielsweise durch Eco-Lunchboxen oder Chutney-Boxen diverser Hersteller.
Grundsätzlich sollten in der Küche Gefässe und Behälter aus Edelstahl, Keramik, Glas oder anderen Naturmaterialien statt Plastik verwendet werden. Das ist gesünder, umweltfreundlicher und sieht auch noch edler aus.

Plastikfreies Angebot wächst

Immer mehr Online-Shops für plastikfreie Produkte fördern das Abtragen des Plastikbergs. So kann man zum Beispiel Plastik-Trinkhalme für Kinder durch Halme aus Stroh, Öko-Papier, Stahl oder Glas ersetzt. Letztere werden unter extrem hohen Temperaturen gefertigt und sind so robust wie normales Trinkglas.
Viele plastikfreie Artikel findest Du übrigens bei waschbaer.ch und waschbaer.de.


Wasser ab der Quelle
Wer Wasser aus Petflaschen trinkt, muss damit rechnen, dass das Wasser Spuren von Plastikteilchen enthält.
Lass dir das Wasser besser im Glas anliefern, falls Du es nicht vom Wasserhahn trinken magst.
Hahnenwasser kann man (zumindest) in der Schweiz problemlos trinken. Sollte das Wasser zu kalkhaltig sein, kannst Du es aufkochen und danach durch einen Kaffeefilter geben. Bereits diese einfache Massnahme macht das Wasser kalkärmer und spürbar weicher.

Beutel-Shopping
Einen oder mehrere wieder verwendbare Stoffbeutel zum Einkaufen mitnehmen? Alles nur eine Frage der Gewohnheit. Die dünnen, faltbaren Beutel passen in jede Einkaufstasche.
In manchen Grossverteilern liegen auch ökologische Stoffbeutel auf. So einfach ist das: Obst und Gemüse im Offenverkauf auswählen, in den Beutel stecken, auf die Waage damit, Barcode ausdrucken, aufkleben, fertig!

Einkaufen mit Retro-Charme
Mittlerweile gibt es auch in der Schweiz eine Reihe von Unverpackt-Läden. Der jüngste der modernen Tante-Emma-Läden hat kürzlich in Spiegel bei Bern die Tore geöffnet. Man füllt die im Offenverkauf angebotenen Lebensmittel einfach in der gewünschten Menge in selber mitgebrachte Behälter ab. Unverpackt-Läden findest Du zum Beispiel in diesen Schweizer Städten:

Aargau: unverpackt Aarau, Milchgasse 5, 5000 Aarau, 062 824 33 70

Bern: i-Lade, Spiegelstrasse 96, 3095 Spiegel bei Bern  (ca. 12 Busminuten vom Hauptbahnhof Bern entfernt)

Baden: ohne.ch, Stadtturmstrasse 15, 5400 Baden, 076 304 78 87

Basel: Basel unverpackt, Feldbergstrasse 26, 4057 Basel, 061 543 12 20

Genf: Les Frondaisons, alimentation biologique, route du Bois-Genoud 36, 1023 Crissier VD

Luzern: Unverpackt Luzern, Zürichstrasse 44, 6006 Luzern

Luzern: Quai4-Markt am Alpenquai, 6005 Luzern

Wallis: Chez Mamie, Bio-Vrac, Rue de la Drague 18, Sion

Zürich: Fürst-unverpackt, Schaffhauserstrasse 52, 8180 Bülach, 079 447 08 09

 

Pet-Flaschen geben Plastik ab und zerfallen erst in 450 Jahren , www.gesundheitsjournalistin.ch

PET-Flaschen als Plastik-Schleudern
PET-Flaschen können Mikroplastik-Partikel abgeben. Das haben deutsche Forster bewiesen, unter ihnen die Lebensmittelchemikerin Darena Schymanski von der Uni Münster. Ihre Untersuchungen mit Raman-Mikrospektroskopie belegten, dass aus der Verpackung und dem Deckel von PET-Flaschen Mikroplastik-Teilchen herausgelöst werden und ins Wasser gelangen.  Mehrweg-PET-Flaschen enthielten bis 200 Teilchen pro Liter. 80 Prozent der Partikel waren unter 20 millionstel Meter klein.

Plastik auch im Tee- und Kaffeewasser

Ein Fernsehteam des ARD schickt vier Wasserkocher aus Plastik zum Test ins Labor. Mehrmals wird in den Geräten Wasser auf Siedetemperatur erhitzt und danach ntersucht. Ergebnis? Bei allen Wasserkochern haben sich bedenklich viele Plastikartikel gelöst, pro Milliliter Wasser teilweise bis 30’000 Partikel. Dennoch gibt es keinerlei gesetzliche Grenzwerte für Mikroplastik. Der Berliner Öko-Toxikologe Werner Kloas sagt dazu: «Mikroplastik gab’s in der Natur noch nie. Wir müssen uns schon ein wenig Sorgen machen! Je kleiner die Partikel sind, umso höher ist das Gefährdungspotential.» Eine sinnvolle Alternative zum Kunstoff-Kocher sind Kocher aus Edelstahl.
Hier geht’s zur Sendung der ARD. Dauer: 7: 37 Min.

Milch aus dem Glas

Zum Glück gibt’s das noch im Plastzozän: Glasflaschen mit Schraubdeckel. Zum Beispiel für den Einkauf von Milch direkt ab Bauernhof. Eine Liste von Bio-Bauernhöfen in der Schweiz findest Du unter www.knosephof.ch. Für Deutschland gibt’s hier Adressen von Biohöfen.

Du hast keine Milchflasche aus Glas? Auch kein Problem. Gläserne Milchflaschen mit Schraubdeckel kannst Du zum Beispiel beim Bauernhof Wirz-Seeweid online kaufen, Seeweid 6, CH-8634 Hombrechtikon, Tel. +41 (0)55 264 20 74, E-Mail info@wirz-seeweid.ch

 

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