Die traditionelle chinesische Medizin TCM hat entdeckt, dass Tinnitus oft mit der Funktion von Leber und Nieren zusammenhängt. Mit einem angepassten Lifestyle und einer optimierten Ernährung kann es gelingen, einem Tinnitus vorzubeugen, zu lindern oder sogar zu heilen.
Millionen von Menschen in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich leiden unter einem quälenden Ohrgeräusch. Laut Statistik jeder zehnte! Aus schulmedizinischer Sicht ist die Heilung eines Tinnitus ohne erkennbare Ursache nicht möglich. Als Alternative zu Resignation und ‹Nichtstun› empfiehlt sie meist eine vorübergehende medikamentöse Behandlung und eine Gehörschulung. Damit Tinnitus-Betroffene lernen, auf andere Höreindrücke zu achten statt auf den lästigen Tinnitus.
Gleichzeitig bewegt sich die Schulmedizin in Richtung einer personalisierteren Tinnitusbehandlung:
• Sie beobachtet vermehrt unterschiedliche „Tinnitus-Typen“.
• Sie empfiehlt bei Tinnitus immer häufiger Entspannungsmethoden. Denn eines steht fest: Tinnitus ist immer stress-mitbedingt. Nicht von ungefähr sagt der Volksmund bei Stress, man habe „viel um die Ohren“. Tinnitus-Betroffene tun deshalb gut daran, sich täglich körperlich und psychisch ganz bewusst zu entspannen.
Die Beobachtungen ganzheitlicher Ärzte und Therapeuten gehen noch weiter:
• Sie weisen darauf hin, dass Tinnitus muskulär (mit)bedingt sein kann. Insbesondere aufgrund tiefsitzender Verspannungen der Halsmuskulatur. Viele Betroffene haben solche Verspannungen aufgrund jahrelanger Fehlhaltung am Computer. Siehe Videolink einer erfolgreichen Behandlung von muskulärem Tinnitus am Textende.
• Weiter rät die Ganzheitsmedizin Tinnitus-Betroffenen, für eine gute Durchblutung der Ohren zu sorgen. Das optimiert die Versorgung der Gehörsinneszellen, die bei Tinnitus häufig betroffen sind. Es ist kein Zufall, dass Tinnitus gerne bei Diabetes auftritt, der die Durchblutung der feinsten Gefässe reduziert.
Die beschriebenen Massnahmen bringen vielen Betroffenen eine spürbare Entlastung. Doch wäre es nicht besser, wenn der Tinnitus ganz verschwände? Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hat weitere Erkenntnisse zu TInnitus gesammelt, die helfen können.
Die TCM denkt in Energiesystemen. Sie betrachtet den Tinnitus als Folge eines energetischen Ungleichgewichts – besonders oft von Nieren, Leber und Gallenblase.
Die TCM-Medizin hat entdeckt, dass sich die „Nieren in die Ohren öffnen“. Das heißt, dass alle Ohrenprobleme erstmal auf ein Ungleichgewicht in den Nieren hinweisen. Zum Beispiel auf einen Yin-Mangel in den Nieren. Ein solcher wird in der chinesischen Medizin auch bei Schwerhörigkeit beobachtet.
Mindestens so häufig ist Tinnitus laut chinesischer Medizin auf ein energetisches Ungleichgewicht von Leber und Gallenblase zurückzuführen.
Das Ohrgeräusch kann abklingen oder sogar ganz verschwinden, wenn Leber und Gallenblase angemessen therapiert werden. Dies geschieht beispielsweise mit Hilfe bitterer, leberstärkender Heilpflanzen. Und mit einer optimierten Ernährung (siehe auch linke Spalte).
Die Erkenntnisse der TCM zum Tinnitus sind sehr umfassend. Neben den erwähnten energetischen Tinnitus-Ursachen gibt es weitere Mischformen von Tinnitus, an denen unter anderem die Milz-Energie beteiligt ist. Eine kompetente und sorgfältige Diagnostik ist deshalb wichtig. Sie beginnt in der Regel mit einer Pulsdiagnose des TCM-Therapeuten. Diese liefert grundlegend wichtige Informationen zu den vorherrschenden Energiemustern.
Auch der Zustand der Zunge, der Haut, der Stimme, der Mimik, der Körperhaltung und der Gestik gibt dem Therapeuten wichtige Hinweise.
Genauso wie die Art des wahrgenommenen Geräuschs. Als Faustregel gilt:
• Hohe, pfeifende oder piepsende Geräusche hängen meistens mit der Leber zusammen.
• Ein tiefer Tinnitus, der auch „rauschend“ wirken kann, weist häufig auf einen nierenassoziierten Tinnitus hin.
Manche Patienten haben mehrere Tinnitusgeräusche, sowohl hohe als auch tiefe. Hier können beide Organsysteme betroffen sein.
Nützliche Hinweise zur Ursache des Tinnitus kann auch der Zeitpunkt des Beginns liefern. Beantworten Sie sich bitte folgende Fragen:
• Sind die ersten Ohrgeräusche eines Tages plötzlich, also „aus heiterem Himmel“, aufgetreten? Das weist aus Sicht der TCM eher auf ein Ungleichgewicht der Leber hin.
• Hat sich der Tinnitus schleichend und allmählich entwickelt? Dann dürfte die Ursache eher in einem energetischen Ungleichgewicht der Niere liegen.
Für einen erfahrenen TCM-Therapeuten sind weitere Symptome des Tinnitus-Betroffenen von Bedeutung. Beispielsweise die Qualität des Schlafs, die Verdauung und die Leistungsfähigkeit.
Zu den Puzzlesteinen, die in der chinesischen Medizin von Bedeutung sind, gehören auch die Denkgewohnheiten des Patienten. Die TCM weist darauf hin, dass Gedanken und Emotionen die Gesundheit tiefgreifend beeinflussen. Deshalb gehören zu einer erfolgreichen Therapie des Tinnitus auch folgende Fragen:
• Lassen Sie bestimmte Gedanken und Emotionen zu, die den Energiefluss in Leber oder Niere beeinträchtigen?
• Falls ja: Was können Sie tun, um mehr in Ihrer Mitte zu bleiben?
Es lohnt sich, Antworten auf diese Fragen zu finden.
Gemäss Beobachtung der chinesischen Medizin weisen Leber-Typen (hoher Tinnitus) häufig folgende Eigenheiten auf:
• Sie sind überduchschnittlich leistungsorientiert.
• Sie neigen dazu, sich und andere übermäßig unter Druck zu setzen.
• Sie sind eher Einzelkämpfer. Also Menschen, die denken, dass sie ohne Hilfe zurechtkommen müssen.
Aus TCM-Sicht geht der leberinduzierte Tinnitus einher mit einem Zuviel an Energie bzw. übermäßiger „Hitze“. Diese energetische Hitze steigt von der Leber in den Kopf hoch und verursacht dort Tinnitus, Hörsturz oder Kopfschmerzen.
• Falls die genannten Eigenschaften auf Sie zutreffen: Überlegen Sie sich, wie Sie mehr Ruhe, Geduld, Verständnis und Entspannung in Ihr Leben bringen können.
Die TCM hat beobachtet, dass die Emotion der Angst besonders auf die Nieren einwirkt. Außerdem, dass Angst die Lebensenergie nach unten leitet. Wie der Volksmund sagt: „Sich vor Angst in die Hosen machen“.
• Angst, Schock und Trauma können die Nieren und ihr Partnerorgan, die Blase, direkt schwächen.
• Auslöser können auch weit zurückliegende Erfahrungen von Angst und Traumata sein, die sich nun körperlich manifestieren.
Diese Schwächung der Nierenenergie kann zu einem (tiefen) Tinnitus, Schwerhörigkeit und weiteren Beschwerden führen.
• Überlegen Sie, ob es in Ihrem Leben Erlebnisse von Angst und Schock gab, die Sie noch nicht vollumfänglich verarbeitet haben.
• Wenden Sie sich an echte Freunde oder an Fachpersonen, die Ihnen helfen, diese Schockerlebnisse zu verdauen.
Beim leberinduzierten Tinnitus geht es darum, mit Hilfe der Ernährung Hitze aus dem Kopf abzuleiten. Folgende hitzebildenden Lebensmittel und Getränke sind zu meiden:
• Frittiertes
• Alkohol
• Schwarztee
• scharfe Gewürze (Chili, Ingwer, Pfeffer, Zimt usw.)
• rotes Fleisch
• scharfe Gewürze wie Zwiebel, Lauch und Knoblauch.
Aus Sicht der chinesischen Medizin leiten bestimmte Nahrungsmittel Hitze besonders effektiv aus dem Kopf ab. Vor allem Gemüse wirkt mit wenigen Ausnahmen neutral bis kühlend auf den Körper. Insbesondere folgende:
• Kohlrabi, Radieschen, gekochter Stangensellerie (roh nur bei starker Verdauung)
• Endivien, Chicorée und weitere bittere Blattsalate
• die meisten Getreide
• Grüntee (nicht aber Schwarztee)
• Lavendel, Schafgarbe und Lindenblüten
• (bitterstoffreicher) Löwenzahn.
Folgende Lebensmittel haben aus chinesischer Sicht eine besondere, stärkende Wirkung auf die Nieren:
• Hafer
• Hirse
• Quinoa
• Vollkornreis
• Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Linsen, Kidneybohnen u.a.)
• Algen
• schwarzer Sesam und Mohn
• Sojasauce
• Samen und Kerne, zum Beispiel Sonnenblumenkerne.
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Ernährung bei Tinnitus
Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin TCM hat die Ernährung einen tiefgreifenden Einfluss auf den Energiefluss und die Organsysteme des Körpers, auch auf das Innenohr.
Welche Ernährung empfiehlt die TCM bei Tinnitus?
Die TCM unterscheidet zwischen einem Tinnitus, der mit dem Funktionskreis der Leber zusammenhängt, und einem Tinnitus, der mit dem Funktionskreis der Nieren zu tun hat. Deshalb sollte als erstes der Tinnitus-Typ eingekreist werden (siehe Spalte rechts).
Was tun bei leberassoziiertem Tinnitus?
Folgende hitzeableitenden Maßnahmen wirken einer gestörten Leberenergie entgegen:
Keine hitzeerzeugende Lebensmittel oder Getränke!
– Möglichst wenig rotes Fleisch, kein Alkohol, kein Schwarztee.
– Keine scharfen Gewürze wie Zwiebel, Knoblauch, Pfeffer, Chili, Ingwer, Zimt u.a.
– Nichts Frittiertes.
Stressreduktion…
– Die Erfahrung zeigt, dass Stress Tinnitus verschlimmert. Ein entspannterer Lebensstil ist für «hitzige» Lebertypen besonders wichtig.
– Entspannung in Form von Atemübungen, Yoga, Qi Gong oder einem Mittagsschläfchen.
Ernährung bei leberassoziiertem Tinnitus
Gemüse wirkt mit wenigen Ausnahmen neutral bis kühlend auf den Körper. Aus TCM-Sicht leiten folgende Nahrungsmittel Hitze besonders effektiv aus dem Kopf ab:
– Kohlrabi, Radieschen, gekochter Stangensellerie (roh nur bei starker Verdauung)
– Endivien, Chicorée und weitere bittere Blattsalate
– Kräutertees wie Grüntee, Lavendel, Schafgarbe, Lindenblüten und (bitterstoffreicher) Löwenzahn.
Was tun bei nierenassoziiertem Tinnitus?
Besonders wichtig bei einem nierenassoziierten Tinnitus ist ein gesunder Rhythmus zwischen Erholung und Anspannung. Dazu gehören regelmäßige Essens- und Schlafzeiten, ausserdem freudvolle, aber nicht übermäßige Bewegung. Bei chronischen Ängsten empfiehlt es sich, Hilfe zu suchen, um die Angstproblematik zu lindern oder aufzulösen. Das gilt auch für Traumata aus der Kindheit.
Ernährung bei nierenassoziiertem Tinnitus
Folgende Lebensmittel können die Nieren stärken, wenn sie regelmässig verzehrt werden:
– Getreide in Form von Haferflocken, Hirse, Quinoa und Vollkornreis.
– Algen, schwarzer Sesam, Mohn, Sojasauce.
– Hülsenfrüchte,
– Samen und Kerne, zum Beispiel Sonnenblumenkerne.